1.2 Ressourcenethik
In dem Falle, dass der Natur nur in Bezug auf den Menschen ein Wert zuerkannt wird, haben wir es vor allem mit Fragen einer „Ressourcenethik“ zu tun. Ressourcenethik ist sicherlich nur Umweltethik im engeren Sinne, ist aber gleichwohl immer auch Bestandteil jeder weiter gehenden Umweltethik. Die Ressourcenethik stellt den Menschen in den Mittelpunkt ihres Interesses, indem sie Aspekte des Umgangs mit knappen, verbrauch- oder zerstörbaren Ressourcen und Umweltmedien wie Wasser, Boden und Luft ethischen Erwägungen unterzieht. Insbesondere beschäf¬tigt sie sich auch mit „erneuerbaren biotischen Ressourcen“ wie Wäldern und Fischbeständen.
Aber auch die Frage nach einer gefahrvollen Veränderung des Erdklimas gehört in den Bereich der Ressourcenethik. Nicht zuletzt gehört zu dieser Form der Umweltethik auch die so genannte „Landwirtschaftsethik“ („agricultural ethics“), die sich speziell mit Fragen der Landschafts- und Bodenveränderung durch den Landbau befasst. Gerade durch die landwirtschaftliche Nutzung der Umwelt kommt es ja immer wieder zu gravierenden Umweltbeeinträchtigungen. – In der Ressourcenethik wird also danach gefragt, wie wir die von der Natur zur Verfügung ge¬stellten Rohstoffe und Umweltmedien (wie Wasser und Boden) nutzen dürfen, ohne dass dies zu unrevidierbaren Schädigungen (Übernutzung, Umweltverschmutzung usw.) führt. Eine solche Ethik kann noch ausschließlich anthropozentrisch, d. h. von den Interessen des Menschen her, begründet werden.


