2 Die drei Ebenen umweltethischer Reflexion
Lernziele dieses Abschnitts
Nach Durcharbeitung dieses Unterkapitels wird die/der Lernende in der Lage sein,
(1) zu verstehen, zu welchen Ebenen des umweltethischen Denkens die Umwelt¬ethik beizutragen vermag,
(2) zu erläutern, in welchen Hinsichten die Umweltethik umweltpolitische Entschei¬dungen beeinflussen oder sogar anleiten kann,
(3) zu erläutern, was die Naturwissenschaften (insbesondere die Ökologie) und die Umweltethik wechselseitig voneinander lernen können,
(4) darzustellen, wie schweirig es ist, den tatsächlichen Erfolg von Maßnahmen zum Umweltschutz zu messen oder sonstwie nachzuweisen,
(5) zu begründen, warum wir Menschen ein Interesse an einem umfassenden Schutz der Natur haben sollten.
Für die Umweltethik haben wir drei Bereiche unterschieden: Ressourcen¬ethik – Tierethik – Naturethik. Diese Arbeitsteilung kann im konkreten Anwendungsfall auch aufgehoben sein. Die Abgrenzungen gelten dem¬nach nur analytisch und nicht kategorisch (absolut). Manche Umweltprobleme – wie etwa im Gewässerschutz, bei der Einrichtung von Natur¬parks, bei der großräumigen Stadtplanung usw. – weisen sowohl ressourcen- als auch tier- und naturethische Aspekte auf.
Für eine Systematik der Umweltethik ist aber nicht nur die Unterscheidung der drei genannten Themenbereiche (die unter Umweltethikern weitgehend Konsens ist) wichtig, sondern auch die Unterscheidung mehrerer Ebenen, auf denen die Umweltethik zum Tragen kommt. Einem Vorschlag von Konrad Ott (Ott 2000) folgend, lassen sich drei solcher Ebenen voneinander abgrenzen:
(1) Philosophische Ebene (Ethik)
(2) Politisch-rechtliche Ebene (Gesetze)
(3) Ebene des Umweltschutzes (einzelne Fälle und Maßnahmen)
Zum einen herrscht zwischen diesen drei Ebenen Arbeitsteilung, zum an¬dern bauen sie aufeinander auf: öffentliche Maßnahmen in Bezug auf ein¬zelne Fälle (Umweltmanagement) müssen rechtlich abgesichert, das Recht seinerseits muss in ethischen Prinzipien verankert sein.


